Fohlenrettung des ETN

Glückliche Ankunft der geretteten Fohlen in Much.

Europäischer Tier- und Naturschutz e.V. rettet neun Tiere vor dem Tod

Much, 28. Oktober 2009. Neun Fohlen konnte der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) am 27. Oktober 2009 auf der Fohlen-Versteigerung in Maishofen vor dem Schlachter retten. Er ersteigerte die Tiere und brachte sie anschließend in Pferdetransportern auf den ETN-Tierschutzhof Huppenhardt in Much. Mit dieser Aktion rettete der ETN die Tiere vor dem Transport nach Italien oder Frankreich, um dort geschlachtet zu werden. Insgesamt wurden auch in diesem Jahr wieder mehr als 3.000 Fohlen bei den Auktionen in Österreich und Deutschland versteigert.

Es ist kurz vor Mitternacht, als die sechs Hengst- und drei Stutfohlen die Pferdetransporter verlassen können. Über zwölf Stunden hat die Fahrt gedauert – von der Auktionshalle mit den brüllenden Viehhändlern und Metzgern bis zu den ruhigen Wiesen auf Hof Huppenhardt in Much. Der Hof ist in helles Scheinwerferlicht getaucht, als die Fohlen unsicher den Transporter verlassen. Auch die ersten Schritte auf der Weide sind noch zaghaft und vorsichtig. Doch schon nach wenigen Minuten drehen sie in leichtem Trab ihre Runden über die Wiesen. Es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis sie sich von den Strapazen der Reise und dem Schock, von der Mutter getrennt zu werden, erholt haben.

Bei der Versteigerung haben sich wieder dramatische Szenen abgespielt“, berichtet Wolfgang Stephanow vom ETN, der vor Ort war. „Wir haben auch in diesem Jahr einige verletzte Tiere gesehen. Fohlen mit gebrochenen Vorderläufen, die verzweifelt aufzustehen versuchten und immer wieder zusammenbrachen.“ Ohne Rücksicht auf die Verletzungen und die Ängste der jungen Tiere trieben die vielfach alkoholisierten Händler die Fohlen mit ihren Müttern in die Auktionshalle. „Nach dem Verkauf wurden die Fohlen von ihren Müttern getrennt“, beschreibt Stephanow weiter. „Die Schreie der jungen Tiere waren überall zu hören und hallen mir jetzt noch in den Ohren.“

Der ETN will mit der Ersteigerung der Fohlen auf die Missstände aufmerksam machen. „Wir fordern ein Ende der Zucht von Haflingern für das kurze Touristenvergnügen und den Schlachthof“, erklärt Stephanow. „Außerdem fordern wir von der EU ein Ende der Subventionen für die Zucht von Norikern, die dann ebenfalls als Fohlen nach Italien und Frankreich transportiert werden, um dort geschlachtet zu werden.“

Nähere Informationen und Bilder von der glücklichen Ankunft der Fohlen auf dem Tierschutzhof des ETN gibt es hier